Klimawandel im Obstgarten

„Das kälteste Frühjahr seit 25 Jahren.“ Für Bernhard Pfingstl und die steirischen evelina Bauern begann die Saison alles andere als leicht.

Extrem kalter Wind, minus sechs Grad. In manchen Lagen sank das Thermometer sogar auf minus acht Grad. Auch heuer haben die Spätfröste die steirischen Apfelbauern nächtelang um den Schlaf gebracht. Stattdessen wandert der Blick ständig zum Thermometer, man berät sich mit Kollegen, überlegt wann und wie lange beregnet werden soll. Schließlich sind Tausende Liter notwendig, um die Blüten mit einer Eishülle zu schützen. Da kommt es auf Minuten an.

Bernhard Pfingstl hofft, dass die Beregnung größere Ernteausfälle verhindert hat. Nicht alle Obstbauern haben genug Wasser und versuchen ihr Glück daher mit Heizbehältern, die die Umgebung im Obstgarten kurzfristig erwärmen. Wie groß der Schaden ist, steht erst in einigen Wochen fest. „Schon jetzt sehen wir viele verzogene Früchte. Das bedeutet für uns, dass wir beim händischen Ausdünnen noch mehr Aufwand haben“, erklärt der Bauer, dessen Obstgärten in der Nähe der Riegersburg liegen.

An und für sich sind tiefe Temperaturen im April nicht ungewöhnlich. Aber, weil Februar und März in den letzten Jahren ungewöhnlich warm verlaufen, blühen die Blüten früher auf und sind durch die Spätfröste – zweifellos eine Folge des Klimawandels – massiv gefährdet. Die kalten Nächte machen aber auch den Bienen zu schaffen, die in der Blütezeit unterwegs sind und die Blüten bestäuben.