Ich wollte die Welt schöner machen!

Wie wird Apfelstreuselkuchen richtig knusprig? Ein Rezept für einfachen Apfelkuchen, der wunderbar schmeckt? Selbstgemachte Biskotten fürs Apfeltiramisu? Wie gelingt feines Apfelmus? Bei welcher Temperatur soll man Äpfel lagern? Beim EVELINA Apfel-Backkurs in St. Kathrein gab es Antworten auf diese Fragen und noch viel mehr.

Acht Damen und zwei Herren hatte das Glück diesmal ausgewählt. Genau genommen war es Eveline Wild selbst, die aus über 2000 Einsendungen die zehn Gewinnkombinationen gezogen und zehn Menschen glücklich gemacht hatte. Mit Urlaub im steirischen Almenland, einem traumhaftes Abendessen aus der Haubenküche von Stefan Eder und einem Tag in der Backstube der ebenso renommierten wie beliebten Patissière.
„Ich habe zwei Monate lange jeden Tag einen Code eingeschickt“, erzählt Anna. Sie muss selbst über ihre Hartnäckigkeit schmunzeln. „Meine Familie war schon ein wenig genervt, aber es hat sich ausgezahlt! Ich habe gewonnen und mich riesig gefreut!“, strahlt sie mit den übrigen Damen und Herren um die Wette. Aus Wien, aus Salzburg, aus der Steiermark, aus dem Burgenland waren sie angereist und nun endlich beim Apfel-Backkurs mit der Expertin, die sie schon so oft im Fernsehen bewundert hatten.

Süßkram
„Bei dir sieht alles so einfach aus“, hört man immer wieder. Wenn Eveline das Backpapier ruckzuck um die Tortenformen wickelt oder wenn sie mit dem großen Spitzsack den duftigen Biskuitteig in gleichmäßige Streifen auf das Backblech streicht. Mit der Leichtigkeit, die nur Menschen an den Tag legen, die ihr Handwerk bis ins Detail verstehen, rührt sie, schneidet sie die EVELINA Äpfel klein, würfelig und kugelig, und erzählt nebenbei von ihren Erfahrungen und ihrer Herangehensweise.
Ob sie schon immer Konditorin werden wollte? „Ich wollte die Welt schöner machen“, antwortet die gebürtige Tirolerin, „Ich wäre sicher auch eine gute Floristin oder Modistin geworden.“ Dass es dann doch „der Süßkram“ wurde, lag an der Innsbrucker Konditorei, wo sie in die Lehre ging und sich auf Anhieb wohlfühlte.
Wohlfühlen, das beschreibt auch die Atmosphäre unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, während die roten Äpfel aus der Steiermark zu Köstlichkeiten verarbeitet werden. Am langen Küchentisch ist genug Platz für Gespräche über eigene Backerfahrungen und -gewohnheiten, über große Erfolge, Unsicherheiten und offene Fragen, die sie seit Langem mit einem Profi besprechen wollten.

Philosophie in der Backstube
Eveline holt die fluffigen Biskotten für das Apfeltiramisu aus dem Rohr, lässt die fein abgewogenen Zutaten am Nebentisch in den großen Mixer rieseln und beantwortet geduldig Frage um Frage. Oberhitze, Unterhitze oder Heißluft? Küchenmaschine oder Handmixer? Zucker im Schnee oder im Dotter und was hält sie von den Rezepten in Blogs?
Ganz generell sei sie gegen Glaubenssätze, meint sie, während sie eine Apfelspalte fein säuberlich an die nächste reiht. „Glaubenssätze entstehen meistens, wenn Menschen sich etwas nicht erklären können.“ Sie selbst geht den Dingen lieber auf den Grund, weil sie dort eher stimmige Antworten findet. Wer sich beispielsweise vor Augen hält, welche Geräte früher in der Küche verwendet wurden, wird einsehen, dass so manche Weisheit, die noch immer weitergegeben wird, längst überholt ist. Wer mit der Hand rührt, muss länger arbeiten bis er das Ergebnis eines Standmixers erreicht. Und die „Zimmertemperatur“ vor 60 Jahren deckt sich kaum mehr mit der heute üblichen Raumtemperatur.

Nutze, was du hast
Immer wieder ermutigt Eveline Wild, zu nutzen, was man im Kühlschrank und in den Laden hat, und zum verantwortlichen Umgang mit den Ressourcen. „Äpfel halten länger, wenn man sie kühl aufbewahrt. In der Obstschale sehen sie zwar schön aus, aber die Schale bleibt mit der Zeit nicht mehr so glatt.“ Das liege eben in der Natur der Sache. „Wenn du keine Walnüsse hast, verbrauch eben deine Haselnüsse!“, rät sie zum Kochen und Backen mit Hausverstand und zeigt wie Liebe zum Detail aussehen kann: „Auch Biskotten haben es verdient, dass man sie liebevoll abschmeckt!“.
Am Ende des Tages nehmen die Gäste nicht nur viel versprechende Apfelrezepte mit, sondern noch unzählige Tipps, die sie in ihren Unterlagen notiert haben: Wie sie unbehandelte Zitronenschalen, und leere Vanilleschoten weiterverarbeiten oder aus Äpfeln mit kleinen Fehlern wunderbare Süßspeisen zaubern. Und dass stimmt, was auf den Seiten von evelina.at immer wieder zitiert wird: Es gibt nix Besser’s als was Guat’s!

© Fotorechte: EVELINA, Gerhard Berger